IR26 - Jade
Aktualisiert: vor 7 Tagen

Der IR26 „Jade“ ist die erste Evolutionsstufe des IR25 — und damit der nächste Schritt auf unserem Weg zurück zur Wettbewerbsfähigkeit.
Für diese Saison hatten wir drei große Ziele: Allrad mit Boost, weniger Gewicht und mehr Zuverlässigkeit. Nach dem Bau des IR25 konnten wir erste Erfahrungen mit einem Allradfahrzeug sammeln. Gleichzeitig ist das Team durch die fahrenden Autos der letzten Seasons auf inzwischen über 40 aktive Mitglieder gewachsen.
In diesem Jahr stand die Optimierung des Fahrzeugs im Fokus, insbesondere beim Gewicht. Auch wenn die Grundphilosophie des Autos gleich blieb, bedeutete das trotzdem die Neukonstruktion von fast allen mechanischen Bauteilen. Am Ende konnten wir das Fahrzeug um 44 Kilogramm leichter bauen. Damit haben wir erstmals in der Vereinsgeschichte die 200-kg-Marke unterboten — eine Gesamtgewichtsreduzierung von 18 %.
Die Getriebe sowie das Kabelbaumgewicht wurden halbiert, und die Fahrwerksverbindungen auf zweistellige Grammbeträge reduziert. Allein der HV-Akku verlor durch eine vollständige Neukonstruktion inklusive neuer Stacks 5 Kilogramm. Auch der neue Lagenaufbau und die verbesserte Fertigungsqualität sorgten für eine deutliche Gewichtsreduktion: So wurden die Aerodynamikteile am Auto 8 Kilogramm bzw. 25 % leichter. Unser Monocoque sollte mit schlanken 26,75 Kilogramm ebenfalls eine Ersparnis von 25 % bringen und nebenbei den Vereinsrekord für das leichteste Monocoque überhaupt setzen.
Eine weitere Änderung war der Wechsel von 18- auf 16-Zoll-Reifen. Grundlage dafür war eine neu gedachte Kinematik, um den Allradantrieb besser bedienen zu können.
Zu unserem 20-jährigen Bestehen konnten wir das Auto erfolgreich bis zum Rollout fahrbereit präsentieren — und zwar nicht mit einem, nicht mit zwei, sondern mit allen vier Motoren voll funktionsfähig. Ein unfassbarer Meilenstein für das Team.
Nach dem Rollout begann eine lange Testphase, in der wir zum ersten Mal lernen mussten, einen Allradantrieb sauber zu steuern und zu regeln. Spoiler: gar nicht so leicht. Nachdem wir die ersten Fehler beseitigt hatten, folgte eine intensive Testwoche bei unserem neuen Hauptsponsor ISP in Salzbergen. Dort konnten wir unseren Antriebsstrang dank Rollenprüfstand auf Herz und Nieren prüfen, unseren Akku in einer Klimakammer bis an seine Grenzen treiben und eine riesige Menge an Wissen mitnehmen. Ein dickes fettes Danke an dieser Stelle an ISP!
Nicht weit von ISP entfernt fand in diesem Jahr auch unser erster Eventbesuch statt: die Formula Future in Meppen. Durch den engen Zeitplan und kleinere Verzögerungen bei den Scrutineerings konnten wir dort nur am Autocross und an der Endurance teilnehmen. Dabei sorgten unsere neuen Regelsysteme allerdings noch für Probleme. Aber gut — es kann auch nicht alles beim ersten Versuch glattgehen. Meppen war erst der Anfang der Season und ganz bewusst als Vorbereitungsevent gewählt. So konnten wir viele grundlegende Fehler beseitigen und die ersten Hürden aus dem Weg räumen, um die volle Performance des Autos abrufen zu können.
Bei der FSG zeigten sich dann erste Ergebnisse: Wir konnten an allen dynamischen Disziplinen teilnehmen. Dieses Jahr wurde uns allerdings nichts geschenkt. Im Gegenteil: Viele unglückliche Fehler führten zu einem Ausfall im Skidpad durch einen Wackelkontakt, zu einem langsamen Autocross durch einen überhitzten Bodensensor in der ersten Runde und dem darauffolgenden Reifenschaden hinten links in der zweiten Runde — und zu guter Letzt zu einem DNF in der Endurance durch einen überhitzten Akku. Kleine Randinfo an dieser Stelle: Wir hatten ungefähr 37 °C im Schatten. Und wer dann versehentlich die Kühlung auslässt, schießt sich eben auch einfach selbst ins Knie. 😊
Trotzdem ist auch dieses Event als Erfolg zu verbuchen. Ein erstes Allradauto direkt durch alle Scrutineerings zu bekommen, zeigt, wie stark wir unsere Produktionsqualität in den letzten Jahren steigern konnten.
Das Finale bildete die Formula Student France. Dort stellten wir sowohl im Skidpad als auch in der Acceleration den historischen IRTe-Rekord ein. Für den AutoX gibt es vereinsintern keinen Benchmark, dort sind uns zwischenzeitlich allerdings die Umrichter ausgestiegen. Dieses Problem konnten wir bis zur Endurance lösen, dort ging uns dann jedoch in Runde 13 die Aufhängung hinten links kaputt. Trotzdem reichte es am Ende für Platz 4 von 40 Teilnehmern im Gesamtergebnis. Ein würdiges Finale!
Fun Fact: Das Assembly hinten links ist uns nicht einmal, nicht zweimal, sondern ganze dreimal kaputtgegangen. Tobi, Grüße gehen raus!
Rückblickend war das eine unfassbare Season, die uns mit viel Vorfreude auf die nächste blicken lässt. Die nächste Evolutionsstufe ist bereits in Planung, und aufbauend auf diesem Jahr wollen wir in der kommenden Saison noch wettbewerbsfähiger sein.
Seid gespannt!




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